Identitätsdiebstahl leicht gemacht – aber muss das sein? 5 smarte Tipps zum Schutz Ihrer persönlichen Daten!

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Identitätsdiebstahl hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Besonders häufig nutzen Kriminelle die Daten fremder Menschen für betrügerische Aktivitäten im Internet. Auf fremde Namen schließen die Betrüger Verträge ab, nehmen Kredite auf oder bestellen Waren. Aus diesem Grund muss die Sicherheit der persönlichen Daten im Mittelpunkt stehen. Immer noch gehen viel zu viele Menschen leichtsinnig mit den eigenen Informationen um und erleichtern den Kriminellen damit den Identitätsmissbrauch.

Jeder ist ein lohnenswertes Ziel für den Identitätsdiebstahl!

Ein großer Teil der Internetnutzer ist nach wie vor der Meinung, dass die eigenen Daten für Kriminelle uninteressant sind. Es herrscht die Meinung vor, dass nur bekannte Personen ein lohnenswertes Ziel für einen Identitätsdiebstahl sind. Tatsächlich haben es die Betrüger besonders auf die Daten von unauffälligen Personen abgesehen. Diese Daten lassen sich viel einfacher für betrügerische Machenschaften einsetzen, eben weil es sich um unbekannte Personen handelt.

Welche Daten eignen sich zum Identitätsmissbrauch?

Beim Identitätsdiebstahl sind zahlreiche Daten für Betrüger interessant. Vor allem die Kombination verschiedener Daten macht einen Identitätsmissbrauch möglich. Einige der Daten lassen sich vergleichsweise einfach sammeln. Dazu gehören beispielsweise Namen und Adressinformationen. Diese alleine sind jedoch nicht ausreichend, um beispielsweise Verträge in fremdem Namen abzuschließen oder Bestellungen im Internet zu tätigen. In Kombination mit dem Geburtsdatum sowie der Bankverbindung entstehen Datensätze, die für den Betrug geeignet sind. Dabei müssen die Daten nicht einmal aktuell sein. Fälle aus der Praxis zeigen, dass die Kriminellen sich sogar alte Adressinformationen zunutze machen.

Was passiert mit meinen persönlichen Informationen?

Persönliche Daten nutzen Betrüger, um beispielsweise Waren im Internet zu bestellen oder Verträge bei Mobilfunkanbietern abzuschließen. Sie geben die Bankverbindung des Opfers für den Einzug von Forderungen an. Auf diesem Weg erhalten die Betrüger ein teures Smartphone, das sich dann wieder verkaufen lässt. Auf ähnliche Art und Weise setzen die Kriminellen die Daten ein, um in Onlineshops Waren zu bestellen oder sogar Kredite aufzunehmen. Die Betroffenen erfahren über den Identitätsmissbrauch meist erst durch unerwartete Abbuchungen auf dem Konto oder Zahlungsaufforderungen und Mahnungen, die per Post eingehen.

5 Tipps für die Verbesserung der Sicherheit der persönlichen Daten

Wer verhindern möchte, dass er zum Opfer eines Identitätsdiebstahls wird, muss sich um die Sicherheit seiner persönlichen Daten kümmern. In vielen Fällen ist es der eigene, unvorsichtige Umgang mit den persönlichen Daten, der den Kriminellen den Missbrauch ermöglicht. Die folgenden fünf Tipps helfen beim Schutz vor einem Identitätsdiebstahl.

Tipp 1: Daten im Internet nicht gedankenlos verteilen!

Ein großer Teil der Daten, die Betrüger für einen Identitätsmissbrauch nutzen, stellen Nutzer quasi freiwillig zur Verfügung. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen hier die sozialen Medien. Dort veröffentlichen viele Nutzer persönliche Daten, ohne über die Folgen nachzudenken. Dabei gehen viele nicht nur gedankenlos mit den eigenen Informationen um. Die sozialen Medien verleiten uns häufig dazu, Angaben über Familienmitglieder zu machen. So geben zahlreiche Profile auf Facebook Auskunft über das Geburtsdatum, die Telefonnummer, den Wohnort sowie die Eltern und Kinder. Damit haben Betrüger schon fast alle Daten zusammen, die sie für einen Identitätsdiebstahl benötigen. Mit gezielten Anrufen oder Mails versuchen die Kriminellen dann, die noch notwendigen Daten zu vervollständigen, beispielsweise die Bankverbindung.

Die Sicherheit der persönlichen Daten lässt sich verbessern, indem Angaben über die eigene Person den Status privat erhalten. Dann sehen beispielsweise nur Personen auf der eigenen Freundesliste diese Informationen. Alternativ ist es sinnvoll, solche Daten gar nicht im Internet zu veröffentlichen, weder auf Social Media noch auf irgendwelchen anderen Plattformen. Wenn Dienstleister oder andere Seiten im Internet persönliche Daten abfragen, ist es wichtig, mit gesundem Menschenverstand vorzugehen. Beispielsweise lockt ein Quiz oder ein Gewinnspiel mit Preisen und fordert persönliche Informationen für die Teilnahme. Dahinter stecken eventuell Betrüger, die gezielt Daten sammeln.

Tipp 2: Sicherheit der persönlichen Daten in den eigenen vier Wänden sicherstellen!

Der Diebstahl von persönlichen Informationen ist nicht nur im Internet ein Thema. Gerade im Heimbereich gehen Verbraucher häufig sorglos mit den eigenen Daten um und vernachlässigen die Sicherheit.

Ein zentraler Punkt ist die Sicherheit im WLAN. Fast jeder Haushalt betreibt heutzutage ein WLAN und verbindet Smartphones, Spielkonsole und andere Geräte damit. Aus Bequemlichkeit und falschem Sicherheitsgefühl verzichten viele auf die Einrichtung der Sicherheitsmaßnahmen. Ein offenes WLAN ohne Passwortschutz und Verschlüsselung ist jedoch eine Einladung für Angreifer. Es ist in vielen Fällen möglich, eine Verbindung vom öffentlichen Raum auf der Straße aus aufzubauen. Auf diesem Weg greifen Hacker die Datenverbindung ab und stehlen persönliche Daten und Zugangsinformationen.

Deshalb ist es wichtig, in den Einstellungen des Routers die WLAN-Sicherheit auf WPA2-PSK zu stellen. Zusätzlich muss der Router-Eigentümer das Passwort ändern und dabei auf die gängigen Empfehlungen bezüglich der Passwortsicherheit achten. Ein Passwortgenerator hilft bei der Erstellung von Passwörtern mit hoher Sicherheit. Doch auch Informationen in Papierform stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Wir bekommen zahlreiche Briefe und andere Dokumente, auf denen persönliche Informationen zu sehen sind. Einige werfen diese Dokumente direkt in den Hausmüll. Betrüger durchsuchen gezielt den Abfall nach solchen Daten.

Auch digitale Speicher entsorgen viele Verbraucher, ohne über die Gefahren nachzudenken. USB-Speicher, Festplatten oder alte Mobiltelefone gehören ohne Vorbehandlung weder direkt in den Hausmüll noch zum Recyclinghof. Mithilfe von Spezialsoftware stellen Hacker die digitalen Daten auf solchen Speichern problemlos wieder her, auch wenn diese vorher gelöscht wurden.

Für Papierdokumente gibt es Aktenvernichter. Mit der richtigen Sicherheitsstufe wie P5 ist gewährleistet, dass die Informationen auf dem Papier vollständig vernichtet sind. Für elektronische Datenspeicher gibt es Software, die durch mehrfaches Überschreiben eine Wiederherstellung unmöglich macht. Ist kein Zugriff auf die Datenträger mehr möglich, gibt es ebenfalls Vernichter für Festplatten und USB-Sticks, die diese Geräte physikalisch zerstört.

Ebenfalls ist es wichtig, den eigenen Briefkasten täglich zu leeren, um den Diebstahl von Post und somit den eigenen persönlichen Daten zu verhindern. Gleiches gilt für persönliche Dokumente und digitale Geräte wie ein Smartphone oder den Personalausweis. Diese unbewacht zu lassen, beispielsweise im Auto, ist eine Einladung für den Identitätsdiebstahl.

Tipp 3: Passwortsicherheit gewährleisten!

Seit vielen Jahren weisen Sicherheitsexperten auf die Notwendigkeit von sicheren Passwörtern hin. Dennoch kommt es immer wieder zu Datendiebstählen, die auf Fehler im Umgang mit Passwörtern zurückzuführen sind. Dabei geht es nicht nur um die Zusammensetzung der Passwörter alleine, sondern auch um den Umgang mit diesen in der Gesamtheit.

So verfügt der durchschnittliche Internetnutzer inzwischen über mehr als 70 verschiedene Passwörter und dementsprechend viele verschiedene Accounts auf unterschiedlichen Plattformen. Aus diesem Grund kommt es häufig vor, dass Nutzer das exakt selbe Passwort auf mehreren oder sogar allen Plattformen nutzen. Ist das Passwort dann noch mit dem eigenen Namen oder der immer gleichen E-Mail-Adresse kombiniert, ist die Sicherheit hochgradig gefährdet und einem Identitätsmissbrauch sind Tür und Tor geöffnet. Gelangen Hacker an die Zugangsdaten zu einem Account, haben sie theoretisch automatisch Zugang zu allen anderen Plattformen, auf denen dasselbe Passwort zum Einsatz kommt.

Deshalb ist heutzutage ein Passwortmanager die sichere Lösung. Eine solche Software erstellt einerseits sichere Passwörter und erhöht andererseits die Sicherheit der persönlichen Daten. So erhält jeder Account ein eigenes, sicheres Passwort. Nutzer müssen sich nur noch das Passwort für den Manager selbst merken.

Tipp 4: Multifaktor-Authentifizierung einsetzen!

Die Kombination aus Passwort und E-Mail-Adresse gewährleistet nicht die Sicherheit der persönlichen Daten. Auf Plattformen, die keinerlei persönliche Informationen speichern und nicht mit Zahlungsdiensten in Verbindung stehen, ist dies noch akzeptabel. In allen anderen Situationen ist eine Zwei- oder Multifaktor-Authentifizierung beim Login die sichere Alternative. Die meisten Plattformen bieten eine solche Multifaktor-Authentifizierung inzwischen an. Der Nutzer muss diese jedoch individuell aktivieren und einrichten. Viele tun dies nicht und empfinden die zusätzliche Bestätigung der Anmeldung via Smartphone als zu aufwendig. Jedoch droht dann der Identitätsmissbrauch, wenn Kriminelle am Passwortschutz vorbeikommen.

Tipp 5: Sicherheit der persönlichen Daten in öffentlichen Räumen gewährleisten!

Das Internet ist inzwischen ein stetiger Begleiter. So nutzen viele die sozialen Medien unterwegs oder zahlen mit digitalen Zahlungsmitteln am Smartphone, weil es so bequem mit. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, jedoch achten zu wenige Nutzer auf die Sicherheit der Internetverbindung. Die Hauptsache ist, dass eine Verbindung zum Internet besteht. Dies machen sich Hacker gern zunutze und platzieren beispielsweise ungeschützte WLAN-Verbindungen an öffentlichen Plätzen. Das Smartphone verbindet sich zu diesen und gewährt dem Nutzer eine Verbindung zum Internet. Dann haben die Hacker direkten Zugriff auf alle übertragenen Daten. Deshalb ist es wichtig, niemals persönliche Informationen, Passwörter oder Zahlungen über ungeschützte Verbindungen zu übertragen. Dazu gehören auch Kreditkartennummer, Anmeldungen im Social Media oder die Nutzung des Online Banking.

Weiterhin vernachlässigen viele die Sicherheit der persönlichen Daten auf dem Laptop, Smartphone und anderen mobilen Geräten. Die meisten von uns speichern auf diesen Systemen persönliche Informationen, die einen Identitätsmissbrauch leicht machen. Gelangen Kriminelle in den Besitz dieser Geräte, haben sie einen einfachen Zugang zu den Informationen. Gespeicherte Passwörter im Browser geben den Weg frei zum E-Mail-Konto, den Profilen auf den sozialen Medien und vielen weiteren Seiten. Ein Identitätsdiebstahl ist kaum einfacher.

Deshalb ist es wichtig, Laptops und andere Geräte zu sichern. Dies gelingt zunächst durch Passwörter im BIOS und dem Betriebssystem. Ohne Eingabe des Passworts kein Start des Systems oder keine Entsperrung des Displays. Dies ist jedoch nur eine Hürde, um den Identitätsmissbrauch der gespeicherten Daten zu verhindern. Hacker haben nämlich die Option, die Festplatte auszubauen und die Daten direkt auszulesen. Deshalb ist es wichtig, auf den tragbaren Geräten eine Datenverschlüsselung zu aktivieren. Mit BitLocker bieten beispielsweise die Windows-Betriebssysteme eine entsprechende Funktion an.

Fazit

Der Identitätsdiebstahl ist für Kriminelle eine lohnende Methode, um sich selbst finanzielle Vorteile zu verschaffen. Für die Geschädigten beginnt hingegen ein monatelanger Kampf, der viel Nerven und Zeit kostet sowie auch finanzielle Schäden hinterlässt. Um solche Erlebnissen zu vermeiden, ist es wichtig, die Sicherheit der persönlichen Daten immer im Kopf zu haben und kontinuierlich zu verbessern. Auch wer bereits Daten im Internet veröffentlicht hat, zum Beispiel auf den sozialen Medien, hat die Möglichkeit, dies zu korrigieren. Einfach die entsprechenden Informationen löschen oder den Status auf privat stellen. Im Alltag ist es wichtig, ständig auf die Sicherheit der persönlichen Daten zu achten und sorgsam mit allen Datenträgern, egal ob analog oder digital, umzugehen. Auf diese Weise lässt sich das Risiko des Identitätsdiebstahls und des Missbrauchs der Informationen maßgeblich reduzieren,

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